FAQ / Häufig gestellte Fragen und Antworten zum MRT

Die Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Wesentliche Vorteile gegenüber anderen bildgebenden Verfahren sind die fehlende Strahlenbelastung und der bessere Weichteilkontrast.

Einige Fragen zur MRT-Untersuchung, zum Beispiel zum Thema Kontrastmittel und zum Ablauf der Untersuchung, beantworten wir Ihnen an dieser Stelle. Ansonsten sprechen Sie uns bitte direkt an - wir nehmen uns Zeit und beraten sie kompetent.

 

Was ist MRT? Wie funktioniert Magnetresonanztomographie?

Wasserstoff ist das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommende Element. Die Wasserstoffprotonen haben einen eigenen Drehimpuls, wodurch sie ein eigenes kleines Magnetfeld erzeugen. Diesen eigenen Drehimpuls nennt man Kernspin. Normalerweise ist die Bewegung der Wasserstoffkerne ungeordnet und zufällig. Wenn sie, wie im Kernspintomographen, einem starken Magnetfeld ausgesetzt werden, so richten sich die Wasserstoffprotonen wie eine Kompassnadel in Nord-Süd-Richtung aus. Die Nord-Süd-Richtung verläuft im MRT-Gerät in Kopf-Fuß-Richtung.

Von außen werden nun Radiowellen einer bestimmten Frequenz abgegeben. Die Frequenz entspricht der Drehgeschwindigkeit der Wasserstoffprotonen. Der Radioimpuls bewirkt eine Änderung der Ausrichtung der Protonen im Magnetfeld durch die kurzzeitige Aufnahme der Energie der Radiowellen durch die Atomkerne. Nach kurzer Zeit kehren die Wasserstoffprotonen jedoch wieder in die vom Magnetfeld vorgegebene Längsausrichtung zurück und senden dabei elektromagnetische Wellen aus. Sie geben die erhaltene Energie wieder ab. Hoch empfindliche Antennen empfangen diese Wellen und ein nachgeschalteter Computer kann aus diesen Signalen Bilder zusammensetzen. Die Gewebe besitzen einen unterschiedlichen Anteil an Wasserstoffprotonen mit unterschiedlichen chemischen Bindungszuständen. So ergeben die verschiedenen Gewebe einen unterschiedlichen Bildkontrast.

 

Warum gibt es während der Messungen laute Klopfgeräusche?

Der Wechsel zwischen dem Einstrahlen von Radiowellen zur Änderung der Ausrichtung der Wasserstoffprotonen im Magnetfeld einerseits und dem Empfang der elektromagnetischen Wellen, die von den Wasserstoffprotonen abgegeben werden, wenn sie wieder die Nord-Süd-Ausrichtung einnehmen andererseits, wird durch Schaltvorgänge ermöglicht. Die Schaltvorgänge zwischen den Sende- und Empfängerantennen lassen diese in mechanische Schwingungen geraten. Diese mechanischen Schwingungen bewirken die für die MRT-Untersuchung so typischen Klopfgeräusche.

Aufgrund dieser Klopfgeräusche erhalten Sie von uns Kopfhörer und/oder Ohrstöpsel, über diese dann auch Musik abgespielt werden kann. 

Ist die MRT-Untersuchung auch eine Röntgenuntersuchung?

Nein. Im Gegensatz z.B. zur Computertomographie, die mit Röntgenstrahlen erfolgt, arbeitet die Kernspintomographie ohne jegliche Röntgenstrahlen. Nur ein starkes Magnetfeld und Radiowellen sind für die Bildbearbeitung bei der Kernspintomographie erforderlich. So ist unter Berücksichtigung von Kontraindikationen die MRT-Untersuchung ungefährlich. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine schädigenden Wirkungen auf den Menschen.

 

Wie stark ist das Magnetfeld? Was ist mit den Metallgegenständen, die ich nicht ablegen kann (metallischer Zahnersatz, Gelenkendoprothese oder Stent)?

Der Magnet unseres Kernspintomographen hat eine Stärke von 1,5 Tesla. Es ist unbedingt nötig, die Kleidungstaschen von metallischen Gegenständen zu leeren. Geld, Feuerzeuge, Schlüssel und bitte auch Haarspangen nicht vergessen! Durch die starke Kraft des Magnetfeldes werden diese metallischen Gegenstände angezogen. Neben der Verletzungsgefahr, die durch die starke Beschleunigung nicht befestigter metallischer Gegenstände hervorgerufen wird, besteht auch die Gefahr der Beschädigung des MRT-Gerätes. Bildstörungen und Funktionsuntüchtigkeit können die Folgen sein.

Dagegen stellen medizinische Metalle wie Stents, Gelenkendoprothesen, Nägel und Stäbe bis 25 cm sowie Schrauben zur Stabilisierung von Knochenbrüchen, Metalldrähte im Brustbein nach Bypassoperationen oder auch der einfache Zahnersatz kein Problem dar, da diese Materialien aus Edelmetallen sind. Edelmetalle sind nicht magnetisch und so entsteht keine Wechselwirkung mit unserem Magnetfeld.

 

Wann darf ich nicht mit dem Kernspintomographen untersucht werden?

Herzschrittmacherträger stellen eine absolute Kontraindikation dar. Auch Träger von Neurostimulatoren und Cochleaimplantaten dürfen nicht in den Kernspintomographen. Insulin- und Morphiumpumpen müssen abgelegt werden. Über alle anderen Materialien ist im Einzelfall zu entscheiden.

Wenn sie sich unsicher sind, ob sie zu dieser Patientengruppe gehören, können sie uns vor Terminvergabe eine Kopie ihres Implantpasses per Mail zusenden. Der Radiologe wird prüfen, ob und unter welchen Bedingungen sie untersucht werden können.

 

Was muss ich zur Untersuchung mitbringen? Wie bereite ich mich vor?

  • einen gültigen Überweisungsschein, ausgestellt im Quartal der Untersuchung bzw.vorhergehenden Quartal
  • bei Arbeitsunfällen den D-Arzt-Bericht
  • Chipkarte
  • Röntgen-, CT- bzw. MRT-Voraufnahmen von der Körperregion, die untersucht werden soll
  • bisherige Befunde der zu untersuchenden Körperregion (Szintigraphiebefund, Gastroskopie- bzw. Coloskopiebefund, OP-Berichte)
  • ein interessantes Buch für unvorhersehbare Wartezeiten
Weitere spezielle Vorbereitungen sind im Allgemeinen nicht nötig. Sie können wie gewohnt essen und trinken. Die einzige Ausnahme stellt die spezielle Untersuchung des Dünndarms dar (Sellink).  Bei Terminvergabe erhalten sie detaillierte Angaben zur Vorbereitung.

Wie läuft eine MRT-Untersuchung ab?

Nachdem sie am Empfangstresen den Überweisungsschein vorgelegt haben, wird die Chipkarte eingelesen. Bitte denken sie an die Voraufnahmen, denn diese sind sehr wichtig um den Verlauf einer krankhaften Veränderung zu beurteilen. Sie erhalten einen Fragebogen, auf dem für die Untersuchung wichtige Fragen zu beantworten sind. Wenn sie mit der Durchführung der Untersuchung einverstanden sind, müssen Sie Ihr Einverständnis zur Untersuchung dokumentieren. Sollten Sie noch Fragen haben, sprechen sie uns bitte an. Es wäre sehr freundlich, wenn sie ihr Handy auf "Lautlos" stellen.

Wenn Sie in die Kabine gerufen werden, wird Ihnen die Assistentin sagen, was Sie alles ablegen und ausziehen müssen, je nachdem welche Körperregion untersucht wird.

Generell gilt aber:

  • Geldbörse und insbesondere Scheckkarten, Uhr und Handy bleiben in der Kabine
  • Hörgerät, Insulinpumpe, herausnehmbaren Zahnersatz bitte ablegen
  • Haarspangen und Schmuck bitte unbedingt abnehmen

Darf man in der Schwangerschaft untersucht werden? Birgt die Untersuchung Risiken?

Schädigende Wirkungen der MRT auf das ungeborene Kind sind bis heute nicht bekannt. Dennoch sollte die Untersuchung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nur in besonderen Fällen erfolgen, da eine mögliche Beeinflussung der Leibesfrucht in der Phase der Organbildung nicht restlos ausgeschlossen werden kann. In den späteren Schwangerschaftsmonaten ist die Untersuchung möglich, sollte aber auch dann immer von der Fragestellung abhängig entschieden werden.

 

Ich habe Angst vor engen Räumen! Schaffe ich die Untersuchung? Wie eng ist der Magnet/die Röhre?

Unser Magnet steht in einem hellen Raum. Sie können bei Betreten des Untersuchungsraumes das Ende der nicht allzu langen Röhre gut sehen. Der Magnet ist gut beleuchtet und belüftet. Der Innendurchmesser beträgt 60 bzw. 70 cm. Während der gesamten Untersuchung können Sie uns jederzeit mit einer Klingel rufen. Wir stehen über eine Sprechanlage mit Ihnen in Verbindung und Sie werden über eine Kamera beobachtet. Wenn Ihr Kniegelenk oder Fuß untersucht wird, liegt Ihr Kopf sogar außerhalb des Magneten.

Bei den meisten Untersuchungen erhalten Sie einen Spiegel, mit dem Sie während der Untersuchung gut aus dem Magneten sehen können. Da die Untersuchung ohne Röntgenstrahlen erfolgt, kann auch gerne eine Begleitperson während der Untersuchung im Raum bleiben. Wir werden die Untersuchung natürlich nur so lange wie nötig und so kurz wie möglich gestalten.

Sollten Sie dennoch so starke Angst haben, dass Sie die Untersuchung nicht ohne unsere Hilfe schaffen, dann können wir Ihnen mit einem Medikament (Midazolam) diese Angst nehmen. Unter dieser Medikation, können Sie noch mit uns sprechen, aber der Angstfaktor wird deutlich gesunken sein. Falls Sie Raumangst haben, lassen sie sich wenn möglich zur Untersuchung begleiten und anschließend nach Hause fahren. Spätestens nach einer Stunde können sie auch ohne Begleitung die Praxis verlassen. Nach Gabe des Beruhigungsmittels dürfen Sie 24 Stunden kein Fahrzeug steuern.

 

Bekomme ich Kontrastmittel? Was ist das für ein Medikament? Gibt es eventuell Nebenwirkungen?

Ob Sie ein Kontrastmittel gespritzt bekommen, entscheidet der untersuchende Arzt während der Untersuchung.

Diese Kontrastittel sind heutzutage sehr gut verträglich. Unverträglichkeitsreaktionen sind extrem selten und lassen sich gut behandeln. Hin und wieder berichten Patienten von einem metallischen Geschmacksgefühl im Mund während der Kontrastmittelgabe, welches nach kurzer Zeit vorübergeht. Untersuchungen der Gelenke und von Teilen der Wirbelsäule erfordern nur unter sehr speziellen Fragestellungen eine Kontrastmittelgabe. In jedem Fall sprechen wir vorher mit Ihnen über die Notwendigkeit und Risiken einer Kontrastmittelgabe. Es werden ausschließlich von Fachgesellschaften (ESUR) empfohlene Kontrastmittel von uns verwendet.

 

Hat das Kontrastmittel Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion? Beeinträchtigt es die Fahrtauglichkeit?

Nein. Das Kontrastmittel beeinträchtigt nicht Ihre Fahrtauglichkeit.

Es hat auch keinen Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion. Es ist speziell für die MRT-Untersuchung entwickelt worden und enthält kein Jod. 

Ist die MRT-Untersuchung schmerzfrei?

Die Untersuchung ist nicht mit Schmerzen verbunden. Möglicherweise verspüren Sie ein leichtes Wärmegefühl während der Untersuchnung. Manchmal ist die Untersuchung für geräuschempfindliche Menschen unangenehm. Deshalb erhält jeder Patient Kopfhörer mit Musik oder Ohrstöpsel. Bei einigen Untersuchungen ist die Lage unbequem. Unsere Assistentinnen fragen Sie zum Untersuchungsbeginn, ob Sie bequem liegen. Sagen Sie Ihnen ruhig, wenn es noch drückt, denn Sie müssen 15-20 Minuten still liegen. Sie werden dann versuchen, durch Unterpolsterung eine entspannte, relativ bequeme Lage zu ermöglichen.